Geschichte

In der Mitte des 19. Jahrhunderts bestanden in vielen Orten Württembergs Verschönerungsvereine. Auch in Spaichingen gab es einen Verschönerungsverein. Diese Vereine bemühten sich vor allem um die Ortsbildverschönerung in Stadt und Land, Erhaltung von Baudenkmälern, Erschließung der Schönheiten der Landschaft durch Anlegen von Wanderwegen und deren Bezeichnung sowie das Errichten von Aussichtstürmen und Aussichtspunkten.

Aus den Verschönerungsvereinen entlang des Albtraufes trafen sich am 13. August 1888 in Plochingen 12 Männer, die den Grundstein legten für die Gründung des Schwäbischen Albvereines.

Im Jahre 1889 traten in Spaichingen 3 Männer diesem Albverein bei und im Jahre 1891 gründeten auch 12 Männer in Spaichingen eine Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins. Zum Vertrauensmann wurde der Stadtschultheiß Anton Kupferschmid gewählt, der auch Vorstand des Verschönerungsvereines war. Zu dieser Zeit hatte der Schwäbische Albverein bereits 2961 Mitglieder.

An Pfingsten 1891 machte der Albverein eine Wanderung auf den Dreifaltigkeitsberg. Die Ortsgruppe Spaichingen entwickelte gleich nach ihrer Gründung eine rege Tätigkeit. Die Verbesserung der Wanderwege und deren Bezeichnung wurde in Angriff genommen. Nach der Fertigstellung der Fahrstraße auf den Berg, wurde der ehemalige Reutebrunnen umgestaltet und zu Ehren des regierenden Königs Karl in Karlsbrunnen umbenannt.

Im Dezember 1891 wurde auf dem Turm der Dreifaltigkeitsbergkirche bei guter Alpenfernsicht zum 1. Mal eine Fahne gehisst. - Leider verfügt die Ortsgruppe Spaichingen von ihrer Anfangszeit nur über sehr wenige Aufzeichnungen.

Im Jahre 1896 gehörten die Albvereinsmitglieder der Orte Balgheim, Frittlingen, Gosheim und Hofen zur Ortsgruppe Spaichingen. Die Mitgliederzahl betrug 38.

Im Jahre 1910 wird Oberpostassistent Boxler zum Vertrauensmann gewählt und bereits 1911 wird Oberreallehrer Dr. Fritz Vertrauensmann. Im Ausschuß ist Kameralverwalter Schmid, Bezirksnotar Krebs, Fabrikant Sauter und Oberförster Weigele. Im Jahr 1913 wird Oberreallehrer Kayer Vertrauensmann. Über die Kriegszeit von 1914 - 1919 scheint auch in Spaichingen das Vereinsleben geruht zu haben.

Im Dezember 1919 wird von einer Versammlung berichtet, bei der die Ortsgruppe neu aufgebaut wurde. Zum Vertrauensmann wurde Oberreallehrer Schoch gewählt. Im Ausschuß waren Verwalter Baumann, Dr. Eytel, Ratsschreiber Knapp, Fabrikant Sauter, Rektor Schutzbach, sowie Forstmeister Weigele.

Durch die Bemühungen der Ortsgruppe konnte an Ostern 1921 im Messmerhaus auf dem Dreifaltigkeitsberg eine Jugendherberge eingerichtet werden. Heimleiter war der Vertrauensmann von Spaichingen. Bereits 1924 ist man aber bei der Stadt Spaichingen auf der Suche nach einer neuen Unterbringungsmöglichkeit für die Jugendherberge.

Von 1922 bis 1929 ist Kaufmann Fechter Vertrauensmann. Der erste gedruckte Wanderplan wird im Jahre 1929 herausgegeben. Bei den Neuwahlen im Jahre 1929 wird Oberlehrer Baumann Vertauensmann und er leitet die Ortsgruppe bis zu seinem Tod im Jahre 1935.

Im Jahre 1937 wird Oberlehrer Martin zum Vertrauensmann ernannt und nicht mehr gewählt.

Nach dem Krieg wird 1945 durch die Militärregierung jede Vereinstätigkeit verboten. Trotz dieses Verbots beginnt Otto Göser in der Stille die alten Vereinsmitglieder zu versammeln und auch neue zu werben. Als dann 1949 die Ortsgruppe ihre Tätigkeit wieder aufnehmen kann, treten sofort 39 Mitglieder in den Albverein ein. Otto Göser wird zum Vertrauensmann gewählt und von der Militärregierung genehmigt.

Sein Stellvertreter ist Gottlob Bretzing, Kassierer Gustav Schmid und Wanderwart Eugen Sauter.

Mit dem Turnverein Spaichingen wird im Jahre 1955 zum 1. Mal eine Gemeinschaftswanderung gemacht, die seitdem alljährlich durchgeführt wird.

Das frühere Gautreffen am Stefanstag in Spaichingen wird wieder eingeführt. Dieses Stefanstagtreffen wird dann 1962 in das Dreikönigstreffen am 6. Januar umgewandelt. Seit 1973 findet dieses Dreikönigstreffen auf dem Dreifaltigkeitsberg statt und ist alljährlich der Beginn des Wanderjahres im Heuberg-Baar Gau.

Otto Göser muß 1960 sein Amt krankheitshalber abgeben und an seiner Stelle wird Dipl.-Ing. Eugen Sauter zum Vertrauensmann gewählt.

1966 übernimmt Otto Käß die Führung der Ortsgruppe und auf ihn folgt bis 1972 Erwin May.

1973 wird dann Sauter wieder zum Vertrauensmann gewählt.

Zum Gedenken an den verstorbenen Forstmeister Ulrich wird 1974 der Ulrichs-Hain angelegt und der Ortsgruppe zur Betreuung übergeben. Im selben Jahr wird auch zum 1.Mal das Waldfest auf dem Tanzplatz am Dreifaltigkeitsberg durchgeführt.

Um auch mit den älteren Wanderern Kontakt zu behalten, führt Vertrauensmann Sauter im Juni 1976 die monatlichen Wanderungen für Ältere ein. Diese Wanderungen wurden sehr rasch zu einer beliebten Einrichtung für die älteren wanderlustigen Bürger von Spaichingen.

Beim Festumzug im Jahre 1978 trat zum 1.Mal die Trachtengruppe Spaichingen auf, die als Abteilung der Spaichinger Albvereinsortsgruppe gegründet worden war.

Weil sich die Wanderwege über den Dreifaltigkeitsberg vermehrt hatten, wurde im Jahre 1982 eine neue Wandertafel auf dem Berg aufgestellt. Weiter wurde am Standort des ehem. Britschhofes im Gewann Bruderholz auf dem Berg eine Hinweistafel aufgestellt.

1991 als Auftakt zum 100 jährigen Jubiläum der Ortsgruppe, wurde am Heubergwanderweg im Gewann Ried eine Eiche Gepflanzt.

Von 1994 bis zu seinem altershalben Rücktritt im Februar 2008, führte uns Karl Haug als Vertrauensmann an, der bei seiner Verabschiedung mit der höchsten Ehrung, die der Schwäbische Albverein vergibt, dem Ehrenschild des Schwäbischen Albvereines, für sein Engagement im Schwäbischem Albverein ausgezeichnet wurde. Seit Februar 2008 ist unser neuer Vertrauensmann Daniel Hafen.